Wer klettert im Gemüsebeet?

Nicht nur im Wald, sondern auch in unseren Gärten, gibt es Pflanzen die klettern. Gemüse wie Kürbisse und Fisolen werden seit langer Zeit in einer faszinierenden Vielfalt gezüchtet.

Wie klettern Garten-Bohnen und Garten-Kürbisse?

Im Gegensatz zu uns Menschen, können Pflanzen keine neuen Klettertechniken lernen. Ob und wie sie klettern, ist in ihren Genen festgeschrieben und hat sich über viele Tausend Jahre entwickelt. 
Garten-Bohnen sind sogenannte „Windepflanzen“. Ihre Sprossspitze wächst sehr schnell und vor allem auf einer Seite stärker als auf der anderen. Dadurch entsteht eine – ganz langsame – Drehbewegung. Die Sprossspitze dreht sich so lange, bis sie auf etwas stößt um das sie sich herumwinden kann. Immer noch, ist das ungleiche Längenwachstum ihr Klettertrick. Eine Seite wächst schneller und wird dadurch länger als die andere Seite. So entsteht automatisch eine Biegung in Richtung der kürzeren Seite. Bei Gartenbohnen ist die Sprossdrehung immer nach links (von oben aus gesehen).

Kürbis

Die größten Früchte der Welt.
Unglaublich aber wahr: an den dünnen Kürbissprossen, die entweder am Boden entlang kriechen oder mit ihren Blattranken an einer Unterlage empor klettern, reifen die größten Früchte der Pflanzenwelt. Der Rekord liegt bei über 820 Kilogramm. Solche Riesenkürbisse sind natürlich Züchtungen, aber auch die Wildformen bringen Früchte von bis zu 25 Kilogramm auf die Waage.
Kürbisse stammen ursprünglich aus den Tropen Amerikas, werden aber seit langem auf der ganzen Welt angebaut.

Die Ranken des Garten-Kürbisses haben sich wahrscheinlich aus den Mittelrippen der Blätter heraus entwickelt. Sie können unglaubliche 14 Zentimeter am Tag wachsen und reagieren bereits auf eine Belastung von weniger als einem hundertstel Gramm mit einer Krümmung. Bei feuchtwarmem Wetter geht die Bewegung so schnell, dass man die Einkrümmung mit ein bisschen Geduld gut beobachten kann. Kürbispflanzen können 10 Meter lang werden.

Bohnen

Dicke Bohnen, grüne Bohnen, Fisolen oder Strankerle
Schon seit über 8000 Jahren werden Bohnen in ihrer Heimat in Mittel- und Südamerika gezüchtet und gegessen. Bald nach der Entdeckung Amerikas 1492 wurde die Bohne nach Europa gebracht und windet sich seither auch bei uns in vielen Gemüsebeeten an Stangen und Gerüsten empor. Aber bitte nie roh essen, denn Bohnen enthalten einen Giftstoff (Phasin) der zwar beim Kochen zerfällt, aber ungekocht heftige Magenkrämpfe verursachen kann.

Pfeffer

Weißt du wo der Pfeffer wächst?
Ursprünglich rankte sich der Pfeffer im dichten indischen Dschungel die Bäume empor, doch schon vor 1000 Jahren wanderten die Pfefferpflanzen weiter nach Malaysien und Indonesien. Bis heute wird in diesen Ländern viel Pfeffer angebaut und in alle Welt exportiert. Im Mittelalter war Pfeffer in Europa so gefragt, dass die Körner mit reinem Gold aufgewogen wurden. Gewürze wie der kostbare Pfeffer waren der Grund warum sich Marco Polo auf dem Landweg bis nach Indien durchkämpfte und Christoph Columbus einen Seeweg nach Indien suchte.

Fotos und Grafiken dieser Webseite: Christian Handl, Mathis Barz, Markus Gschwendt, Aron Schneemeyer, pronatour, Triestingtal, Gebirgsverein
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